Zwei Nachmittage mit Sam in der Tagesgruppe Rodenberg und Fliednerhaus

 

 

 


 

Im April und Mai fanden in den Tagesgruppen Rodenberg und Fliednerhaus jeweils ein tiergestütztes Projekt über zwei Termine statt. Mein 6jähriger Labrador Sam (der Name wird ausgesprochen wie beim Hobbit ´Sam´ aus dem Buch bzw. dem Film „Herr der Ringe“) begleitete mich  an den Nachmittagen in die Gruppen. In unserem Gepäck befand sich unser kleiner Reisekoffer, der Spiele, Arbeitsblätter, Bilder, Näpfe und Leckereien für meinen vierbeinigen Freund beinhaltete.

In dem kurzen Zeitraum war es mein Ziel, kleine Impulse für neue Gedankengänge und das Miteinander zu setzen und natürlich viel Spaß mit den Kindern und ihre Betreuerinnen zu haben.

In beiden Gruppen erwarteten uns freudig 4-5 Kinder, die glücklich darüber waren, dass ein Hund sie besuchen kam. Die Termine waren gefüllt mit Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten mit Sam und den Kinern. Das gemeinsame Aktivsein, positive Erlebnisse schaffen, sind Voraussetzung, um eine Beziehung zwischen Mensch und Tier zu entwickeln und zu stabilisieren. Nur so kann ein Band zwischen ihnen entstehen.

Die Kinder mussten erkennen, dass sie klar gegenüber dem Hund in Haltung und Sprache auftreten und diesbezüglich achtsam sein müssen. Denn nur so weiß Sam, was wir von ihm möchten und kann zur Freude aller, das ausführen, was wir uns von ihm wünschen. Wenn dann noch eine Leckerei den Abschluss bildet, ist die Welt in Ordnung!

Sammy liebt den Umgang mit den Kindern und wenn man nicht aufpasst, hat man ganz schnell einen Knutscher von ihm bei passender Gelegenheit im Gesicht. Die meisten finden das gar nicht so abstoßend, da er ja damit zeigen möchte, dass er uns gerne hat und von ihm keine Gefahr droht.

Damit jeder in der Kleingruppe zu seinem Recht kam, war entscheidend, Rücksichtnahme zu zeigen – zum einen damit jeder die Möglichkeit bekam, in Interaktion mit dem Hund zu treten und zum anderen gegenüber Sam. Einige Kinder hatten schon vorher gehört, dass Hunde ein viel besseres Gehör besitzen als Menschen. Also kann ein hoher Geräuschpegel eine Belastung für ihn darstellen. Die Kids achteten auf sich und machten die anderen darauf aufmerksam, wenn es aus ihrer Sicht zu laut wurde. Zusätzlich war das Zeigen von Empathie, also Einfühlungsvermögen, gefragt. Teilweise war es sehr warm an unseren Terminen. Bei heißem Wetter ist Sam u.a. aufgrund seines schwarzen Fells schnell schlapp und möchte sich ausruhen. Dann ist es in seinem Sinne, besser nicht in die pralle Sonne raus zu gehen und ihm seinen Schonraum zu gönnen. D.h. wir dürfen ihn dann nicht zum Spielen und Laufen zwingen, nur weil wir vielleicht gerade Lust dazu haben.

Die Kinder nahmen interessiert wahr, was man doch alles mit einem Hund spielen kann und welche gemeinsamen Aktionen durchgeführt werden können. So zeigten sie viel Mut und Gelassenheit, als ich Leckerlis auf ihre Körper verteilte (natürlich nur freiwillig!) und Sam diese mit seinem Maul wieder aufsuchte. Sie ließen ihren behaarten Freund dicht an sich heran und blieben ganz ruhig. Auf den Gesichtern war nach diesem Erlebnis Stolz und Zufriedenheit zu lesen und alle wollten gerne eine Wiederholung.

Viele waren erstaunt, dass es „Gesellschaftsspiele“ (Intelligenzspiele) für Hunde gibt, die sie mit Sam spielen konnten. Es geht in der Regel darum Leckerlis unter Hütchen, Schiebeelementen, in Schubläden oder ähnlichem zu verstecken und den Hund sie mit seiner Schnauze oder seiner Pfote (je nach Vorliebe des Tieres) herausholen zu lassen.

Es ging jedoch nicht nur ums Spielen mit Sam. Ich sprach auch Themen an, die im Umgang mit Hunden wichtig sind. So redeten wir darüber „Was ein Hund braucht, um glücklich und gesund zu sein!“. Den Kindern sollte verdeutlicht werden, dass es nicht ausreicht, einem Hund Wasser und Futter hinzustellen und 2-3 Mal am Tag Gassi zu gehen.  Hunde müssen ausgelastet werden, körperlich wie auch geistig. Sie brauchen Liebe und Zuneigung, müssen Freude im Umgang mit ihren Menschen durch Spiel und Beschäftigung erfahren. Ihre Pflege (Zähne, Fell) ist wichtig, wie auch regelmäßige Arztbesuche und Kontakte zu anderen Hunden. Dieser Verantwortung muss man sich bewusst sein, wenn ein Hund ins Zuhause Einzug halten soll.

Doch auch, wenn ich keinen eigenen Hund habe, ist es gut, zu wissen, wie ich mich gegenüber Hunden (fremde wie auch bekannte) verhalten muss, damit keine Missverständnisse zwischen Mensch und Tier oder Provokationen entstehen. Dies war ebenfalls ein Aspekt, den ich in den Terminen aufgriff.

Ich hoffe, dass jeder, ob Kind oder Erwachsener, ein wenig etwas aus den Projekten für sich mitnehmen und Freude am Kontakt mit Sam erfahren konnte!

Es hat uns gefreut, dass alle mit so viel Motivation, Interesse und Zuneigung zum Hund dabei waren!

Wir kommen gerne wieder!!!

Eure Michaela  &  Sam

 
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