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Liebe Leserinnen und Leser,

im Bereich unserer ambulanten, teilstationären und stationären Kinder- und Jugendhilfe, erfolgen aktuell zahlreiche Einschränkungen. Auch unser Gebot ist es, Kontakt zu beschränken und nur dort zusammen zukommen, wo Not ist.

Grundsätzlich gilt, dass die Angebote der stationären Wohngruppen, die Inobhutnahme- und Abklärungsgruppen, die Mutter-/Vater-Kind Gruppe und das Trainingswohnen auf Zeit, im vollem Umfang aufrechterhalten bleiben. Wir sind hier, den uns anvertrauten Menschen gegenüber, im Besonderen verpflichtet.

Im Bereich der ambulanten und der teilstationären Hilfen zur Erziehung sind die Arbeitsweisen vorerst bis zum 19. April 2020 deutlich eingeschränkt. Hier leitet uns die Kindeswohlsicherung und alle Familien verfügen über Notfallrufnummern. Auch allen Freunden, Verwandten und Eltern, der uns betreuten Kinder und Jugendlichen, raten wir lieber einmal mehr zu telefonieren oder vielleicht eine Videotelefonie, anstelle eines persönlichen Kontakts.


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Für die Kinder und Jugendlichen in unserer stationären Betreuung und für die Familien ist diese Zeit, wie auch für Sie, angstbesetzt und unnatürlich. Die ganze Familie oder die ganze Gruppe zu Hause - dass sind für Eltern, Erzieher, Kinder und Jugendliche sonst eher Momentaufnahmen. In der Krise wird diese Situation zum Alltag. Sich mit dem Freund aus der Nachbargruppe treffen? - Geht nicht. Mal alleine sein- schwierig. Für die von uns betreuten Eltern, Kindern und Jugendlichen eine ganz besondere Herausforderung. In dieser Zeit müssen wir das Miteinander aushalten, trotz viel strengerer Regeln als sonst. Für viele Kinder und Jugendliche ist der Alltag eines „normalen“ Lebens häufig schon so herausfordernd, dass er nur mit intensiver Hilfe geschafft werden kann - die aktuelle Situation ist eine Herausforderung, insbesondere für unsere Kinder und Jugendlichen.

Nicht das Sie uns falsch verstehen - unsere Kinder und Jugendliche, die Eltern und Erzieher und Erzieherinnen meistern diesen Corona-Alltag wirklich überwältigend! Jeden Tag gibt es neue Beschäftigungsideen, sowohl durch Fachkräfte initiiert, als auch durch die Kinder und Jugendlichen selbst. Auch bei uns heißt es zusammenhalten! Vielmehr werben wir hier für Ihr Verständnis, dass die Kinder und Jugendlichen mit ihrer Gruppe mal raus müssen, sich mal austoben sollen. Natürlich gehen wir nur in der Gruppe raus, welche auch miteinander wohnt - da kommen aber schon mal 13-15 Personen zusammen. Falls Ihnen das komisch vorkommt, sprechen Sie uns einfach an!


Wie sieht so ein Corona-Alltag in einer Gruppe eigentlich aus?

Morgens werden alle Kinder/Jugendliche trotz Corona-Ferien geweckt und es gibt ein gemeinsames Frühstück. Im Anschluss werden die Kinder/Jugendliche durch die Erzieher beschult. Um das zu ermöglichen, müssen wir auch mit zwei Erwachsenen sein. Kurz vor dem Mittagessen gibt es dann eine Verschnaufpause und es wird gemeinsam gegessen. Bei den Mahlzeiten reden wir viel über diese Zeit, den Virus und die Auswirkungen auf ihr Leben. Es gibt viele Fragen und viel Unsicherheit. Natürlich hinterfragen die Kinder und Jugendlichen die Gebote und Verbote; wie das Verbot den Fußballplatz zu nutzen. Nach dem Abräumen gibt es eine Mittagspause, wo sich jeder selbst beschäftigt. Die Kinder/Jugendliche helfen, entsprechend ihres Alters, im Haushalt mit, so dass jeder eine feste Aufgabe hat. Am Nachmittag finden Angebote statt, mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Dann wird gemeinsam zu Abend gegessen. Natürlich helfen unsere Kinder/Jugendlichen hier mit. Abends genießen die Kinder/Jugendliche ihre freie Zeit mit Fernsehen oder anderen Medien. Manche Kinder/Jugendlichen telefonieren noch mit ihren Eltern oder gehen noch etwas alleine/oder zu zweit raus. Dann geht es wieder ins Bett. Am Wochenende ist die Gestaltung des Alltags dann deutlich freier. Durchatmen ist hier wichtig.

Liebe Eltern, Kinder und Jugendliche, ihr macht das Spitze! Wir wissen, wie schwer das ist, in diesem engen Alltag und ohne Ausweichmöglichkeiten! Haltet durch und haltet zusammen!

An dieser Stelle möchten wir insbesondere nochmal allen Mitarbeitenden für ihr tägliches Engagement danken! Für uns seid auch ihr Helden und Heldinnen dieser Zeit. Jeden Tag aufs Neue müsst Ihr eure eigene Kinderbetreuung sicherstellen, um euch für die betreuten Familien, Kindern und Jugendlichen einzusetzen. DANKE!

Der Vorstand, die pädagogische Leitung und die Fachbereichsleitung!

 

Weitere Informationen:

 

Information zum Corona Virus in leichter Sprache

 

Kinderseite zum Thema Corona:

 

ZDF Kinder

Stubenhocker Minden

 

 
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